RANA - Büro für Ökologie und Naturschutz Frank Meyer

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RANA-Projektsteckbrief

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Pflege und Entwicklungspläne im Rahmen des EU-LIFE+-Projektes „Erhaltung und Entwicklung der Steppenrasen Thüringens“

Laufzeit

2010-2012

Auftraggeber

Freistaat Thüringen, Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

Projektaufgabe und -gebiet

Das Thüringer Becken weist ein trocken-warmes subkontinentales Klima auf, das im Nordosten besonders ausgeprägt ist. Hier, in einer der bundesweit niederschlagsärmsten Regionen, konnten sich die Hauptvorkommen der Steppenrasen Deutschlands entwickeln, die mit Halbtrockenrasen sowie Fels- und Pioniervegetation eng verzahnt sind.

Das Projekt „Erhalt und Entwicklung der Steppenrasen Thüringens“ zielt auf die langfristige Erhaltung, Entwicklung und Vergrößerung der Subpannonischen Steppen-Trockenrasen (LRT 6240*), einschließlich der orchideenreichen Bestände der Trocken- und Halbtrockenrasen (LRT 6210*) und der Kalk- oder basenhaltigen Felsen mit Kalkpionierfluren (LRT 6110*) Thüringens ab, die von bundesweiter Bedeutung sind. Hinzu kommen Schwermetallrasen (6130), die von bundesweiter Bedeutung und mit angrenzenden Steppenrasen eng verzahnt sind. Das Projektgebiet umfasst insgesamt 13 FFH-Gebiete, wobei RANA für neun von diesen die Pflege- und Entwicklungspläne erstellt. Weitere Ziele sind die Verbesserung der schäfereilichen Infrastruktur, die Entwicklung und Wiederherstellung des Biotopverbundes, Hilfsmaßnahmen für bedrohte Arten sowie die Verbesserung der Akzeptanz von NATURA 2000. Die biotische Vielfalt der kurzrasigen gehölzarmen Hutungen soll sich, in Anlehnung an den historischen Zustand, wieder auf großen und zusammenhängenden Flächen entwickeln. Artenreiche Ackerränder sind als Pufferzonen und Übergänge in die Agrarlandschaft und zur floristischen und faunistischen Bereicherung der Steppenrasenlebensräume zu fördern.

Projektinhalte

Es wurde in der Vegetationsperiode 2010 eine Ersterfassung von FFH-Lebensraumtypen in den Projektgebieten durchgeführt, wobei die oben genannten prioritären LRT besondere Berücksichtigung fanden. Auf dieser Grundlage entstand eine praxisorientierte Maßnahmenplanung unter Berücksichtigung der bereits ausgeführten Maßnahmen (Entbuschungen, Flächenankäufe). Auf der Grundlage von Nutzerbefragungen zur betriebswirtschaftlichen Situation und dem Bestand an Weidetieren wurden für alle Gebiete eigenständige Beweidungskonzepte erarbeitet, die auch die Besatzdichte, die Beweidungshäufigkeit und die Beweidungstermine regeln sollen. In der Vegetationsperiode 2011 wurden in den Projektgebieten Monitoringflächen eingerichtet und ausgewählte floristische und faunistische Artengruppen untersucht. Dabei wurde von der Flora 36 ausgewählte Gefäßpflanzen vollflächig kartiert und auf ausgewählten Flächen eine Erfassung von Moosen und Flechten durchgeführt. Von der Fauna wurden hier als repräsentative Artengruppen die Heuschrecken, Tagfalter, Landschnecken und Wildbienen erfasst.

Für das Jahr 2012 ist die weitere Umsetzung von Teilen der geplanten Maßnahmen in Vorbereitung. Neben Entbuschungen soll auch eine Ersteinrichtung und Aufwertung von Weideflächen durch den Einsatz von kontrolliertem Feuer erfolgen. Diese alte Methode der Schäfer soll wiederbelebt und auch zukünftig für die Pflege der Steppen- und Halbtrockenrasen eingesetzt werden. Hierbei stellt das Büro RANA seine Technik und Wissen beim kontrollierten Feuereinsatz zur Verfügung.

Ansprechpartner

Stefan Klein

Projektgalerie

Die Kahle Schmücke mit Harras (oben rechts) und dem A72-Tunnel (unten rechts)

Die Kuppe des Segelberges und die langgezogene Gipsrippe der Spatenberge

Der Kuppenkomplex der Bottendorfer Hügel

Kalkschutthang am Wipperdurchbruch

Schafbeweidung am Moorberg bei Battgendorf

Entbuschter Hang am Ziegenbeil bei Battgendorf

Feuereinsatz zur Wiederherstellung der Beweidbarkeit

Großes Federgras (Stipa pulcherrima)

Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)

Kleines Knabenkraut (Orchis morio)

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