RANA – Büro für Ökologie und Naturschutz Frank Meyer

Titelbild

RANA-Projektsteckbrief

Aktionsplan und Artenschutzkonzept für die Kreuzkröte (Epidalea calamita) in Sachsen

Projektgalerie

Rufendes Männchen der Kreuzkröte im Lehmabbau Zwickau-Schedewitz, einem der bedeutendsten aktuellen Vorkommen der Art im Raum Zwickau.
Sächsischer Teil des Tagebaus Profen mit noch bestehenden Vorkommen der Kreuzkröte.
Reproduktives Laichgewässer der Kreuzkröte im sächsischen Teil des Tagebaus Profen.
Ehemalige Lebensräume der Kreuzkröte im Bereich des heutigen Zwenkauer Sees (Aufn. von 2009) – durch großflächige Flutung ist zwischenzeitlich eine zusammenhängende Wasserfläche entstanden und die Kreuzkröte weitgehend verschwunden.
Die Diabasbrüche Reimersgrün im Vogtlandkreis gehören zu den höchstgelegenen Vorkommen der Kreuzkröte in Sachsen.
Die Kiesgrube Reinsdorf bei Zwickau ist mit ihren Rohbodenflächen, Temporärgewässern und leicht grabbaren Böschungen und Sandschüttungen ein hervorragender aktueller Lebensraum der Kreuzkröte.
Kreuzkröten bewegen sich mit ihren kurzen Hinterbeinen überwiegend laufend fort (Lehmabbau Zwickau-Schedewitz).
Die Muldeaue nördlich von Eilenburg bietet ein noch vergleichsweise gutes Potenzial, Primärhabitate der Kreuzkröte wiederherzustellen.

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Laufzeit

2015–2017

Auftraggeber

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Projektinhalte

Die Bestände der Kreuzkröte in Sachsen befinden sich seit vielen Jahren im Rückgang. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Kreuzkröte ist heute mehr denn je auf Ersatzhabitate in frühen Sukzessionsstadien angewiesen, die üblicherweise durch Rohstoffabbau entstanden sind. Daneben spielen in Sachsen die Teichwirtschaft und Truppenübungsplätze eine Rolle. Vor allem die großflächige Einstellung des Braunkohlebergbaus und die einhergehenden Rekultivierungen (v. a. Aufforstung und Restlochflutung) haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einem drastischen Landschaftswandel und letztlich auch zu einem massiven Lebensraumverlust für die Kreuzkröte geführt. Aber auch in Kies- und Sandtagebauen hat es die Art zunehmend schwerer. Beschleunigte Abbauverfahren, Großflächenabbau und effektive Rekultivierungsverfahren verstärken die extreme Kurzlebigkeit der für die Kreuzkröte geeigneten Lebensräume.

Zielstellung des Aktionsplanes für den Zeitraum bis 2020 ist die schnellstmögliche Bremsung weiterer Vorkommens- und Bestandsverluste und damit die Sicherung des Vorkommens der Kreuzkröte in Sachsen. Auf der Basis historischer und aktueller Verbreitungsdaten werden im Plan zunächst die derzeitigen Vorkommensschwerpunkte der Art in Sachsen herausgestellt. Im Ergebnis eigener Erfassungen in den Jahren 2016 und 2017 konnten schließlich mehr als 40 Schwerpunktgebiete mit besonders dringlichen Schutzmaßnahmen benannt werden, darunter mehr als 20 mit sofortigem Handlungsbedarf.

Für die Schwerpunktgebiete wurden flächenkonkrete Maßnahmen-Steckbriefe entworfen. Neben einer allgemeinen Charakterisierung des jeweiligen Lebensraumes enthalten diese eine aktuelle Einschätzung der Bestandssituation sowie konkrete Maßnahmen-Empfehlungen inklusive einer kartografischen Darstellung und Fotodokumentation. Es werden mögliche Akteure der Umsetzung benannt sowie der weitere Untersuchungs- und Betreuungsbedarf aufgezeigt.

Inhalt des Artenschutzkonzeptes sollten neben dem Aktionsplan mittel- und langfristige Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Art in einem guten Erhaltungszustand sein. Als Pionierart unter den heimischen Amphibien ist die Kreuzkröte auf instabile Lebensräume in jungen Sukzessionsstadien angewiesen. Ihre Lebensweise macht die Art damit zu einem schwierigen Fall für langfristige Erhaltungsmaßnahmen. Die einzige erfolgversprechende Möglichkeit einer langfristigen Sicherung von Kreuzkröten-Vorkommen besteht in der Sicherung von Lebensräumen mit ausreichender Dynamik.

Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen soll daher auch die Wiederherstellung geeigneter Primärhabitate der Kreuzkröte weiter verfolgt werden. Entsprechendes Entwicklungspotenzial bieten auch sächsische Fließgewässer, u.a. an der Elbe, Mulde, Pulsnitz, Neiße und Spree. Hierfür werden im Artenschutzkonzept mögliche Standorte sowie geeignete Referenzprojekte benannt.

RANA – Büro für Ökologie und Naturschutz Frank Meyer
Mühlweg 39
D-06114 Halle
Tel.: 0345-1317580
Fax: 0345-1317589
E-Mail: info(at)rana-halle.de

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