RANA – Büro für Ökologie und Naturschutz Frank Meyer

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RANA-Projektsteckbrief

Managementplan für das FFH-Gebiet (SAC) 042 „Nemitzer Heide“ und das Vogelschutzgebiet (SPA) „Nemitzer Heide“

Projektgalerie

Übersicht über einen zentralen Teil der „Nemitzer Heide“ mit Schafstall im Vordergrund und lückigen Calluna-Heiden, offenen Sandflächen auf Binnendünen und Kiefernbeständen im Hintergrund.
Detailaufnahme einer Calluna-Heide auf Binnendünen (LRT 2310).
In der „Nemitzer Heide“ befand sich bis 2013 das letzte Brachpieper-Vorkommen Niedersachsens – die Wiederbesiedelung des Gebietes durch die Art sollte eine wichtige Zielstellung darstellen.
„Nemitzer Heide“ mit Heideflächen, Kiefernforsten und Einzelbäumen sowie offenen Sandflächen.
Im Rahmen des „Brachpieper-Projektes“ wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, dazu gehören auch das fensterartige Plaggen und Schoppern von insgesamt 29 Flächen.
Eine wichtige Naturschutzmaßnahme stellt die Hütebeweidung mit Schafen und Ziegen dar.
Teile des Gebietes werden auch mit anderen Tieren beweidet, wie hier mit Schafen, Roten Dextern und Zwergzebus.
Der LRT 4030 „Trockene europäische Heiden“ ist einer der flächenmäßig häufigsten LRT im Gebiet. Bei moderater Gehölzbestockung besitzt er eine herausragende Habitatfunktion für zahlreiche Vogelarten, wie z. B. den Ziegenmelker.
Die Vorkommen des LRT 2330 „Offene Grasflächen mit Silbergras und Straußgras auf Binnendünen“ in der „Nemitzer Heide“ sind landes- und bundesweit von großer Bedeutung.
Übersicht über den Lanzer Moorkomplex – ein ehemaliges Übergangs- und Schwingrasenmoor, welches jedoch inzwischen durch eine sehr starke Entwässerung gekennzeichnet ist.
Im Gebiet wurden mehrere Gewässer-Lebensraumtypen (LRT 3130, 3150, 3160) mit einem wertvollen Arteninventar, wie dem Pillenfarn (Pilularia globulifera), erfasst.

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Laufzeit

2019–2021

Auftraggeber

Landkreis Lüchow-Dannenberg, FD 67 – Natur- und Landschaftsschutz

Gebietscharakteristik und Projektinhalte

Das FFH- und deckungsgleiche EU-Vogelschutzgebiet „Nemitzer Heide“ hat eine Größe von 1.061 Hektar. Es befindet sich im Nordosten Niedersachsens unweit der Landesgrenzen zu Sachsen-Anhalt und Brandenburg im Landkreis Lüchow-Dannenberg in der naturräumlichen Haupteinheit „Wendland und Altmark“. Ebenfalls nahezu deckungsgleich ist das im Jahr 2018 rechtlich gesicherte NSG „Nemitzer Heide“. Das Plangebiet liegt zudem im Naturpark „Elbhöhen-Wendland“ und bildet dabei eine Kernfläche desselben.

Der Zentralteil des FFH-Gebietes und SPA „Nemitzer Heide“ wird durch einen sehr großflächigen, mehrere hundert Hektar großen Offenlandkomplex geprägt, welcher auf einen Großwaldbrand im Jahr 1975 zurückgeht. Es handelt sich um ein sehr reich strukturiertes Gebiet mit einem in weiten Teilen gut ausgeprägten Dünenrelief. Flächenmäßig nehmen die Calluna-Heide-Lebensraumtypen 4030 und 2310 den größten Anteil ein, bezogen auf den letztgenannten mit einem bundesweit bedeutsamen Stellenwert. Diese sind reich an Moosen und Flechten und treten vielfach mosaikartig verzahnt mit „Offenen Grasflächen mit Silbergras und Straußgras auf Binnendünen“ (LRT 2330), offenen Sandflächen und Kiefernforsten auf. Im Zentrum des Gebietes befindet sich der Lanzer Moorkomplex, ein ehemaliges Übergangs- und Schwingrasenmoor, welches jedoch inzwischen durch eine sehr starke Entwässerung gekennzeichnet ist. Die westlichen und südöstlichen Gebietsteile, wo der Lebensraumtyp 6510 „Magere Flachland-Mähwiesen“ vorkommt, sind durch Gr¨nland- und Ackernutzung geprägt. Außerdem wurden im Gebiet mehrere Gewässer-Lebensraumtypen (LRT 3130, 3150, 3160) sowie Borstgrasrasen (LRT 6230*) festgestellt.

Für das SPA „Nemitzer Heide“ sind 6 Arten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldet worden. Es handelt sich um Arten halboffener, trocken-warmer Heidelandschaften und lichter Waldränder. Von besonderer Bedeutung ist das Brutvorkommen des Brachpiepers, der bis 2013 als Brutvogel in der „Nemitzer Heide“ nachgewiesen werden konnte und hier somit das einzige Vorkommen in Niedersachsen besaß. Außerdem hat die „Nemitzer Heide“ herausragende Bestände von Ziegenmelker, Heidelerche und Raubwürger.

Auch Reptilien, wie Zauneidechse und Schlingnatter, sowie Insekten, wie Feldgrille und Blauflügelige Ödlandschrecke, profitieren von den trockenwarmen Bedingungen in der „Nemitzer Heide“. Auch die Feuchtstandorte weisen, wenn auch teilweise nur noch reliktisch, ein wertvolles Arteninventar auf, z. B. mit Graben-Veilchen (Viola persicifolia), Pillenfarn (Pilularia globulifera) und Rundblättrigem Sonnentau (Drosera rotundifolia).

Einer der größten Gefährdungsfaktoren für Heidelebensräume ist generell die natürliche Sukzession. Um diese aufzuhalten, werden die Flächen der „Nemitzer Heide“ seit Jahrzehnten mit Schafen und Ziegen beweidet. Außerdem werden regelmäßig weitere Pflegemaßnahmen, wie die Entnahme von Gehölzen, die Mahd von Heide oder das Plaggen von Oberboden, durchgeführt. Die „Nemitzer Heide“ stellt zudem ein sehr wichtiges Gebiet für die Naherholung und den Tourismus dar.

Die „Nemitzer Heide“ ist Gegenstand eines über die Förderrichtlinie „Landschaftspflege und Gebietsmanagement – LaGe“ finanzierten Projektes zum „Aufbau und Etablierung einer Gebietsbetreuung in Natura 2000-Gebieten“, welches in Trägerschaft des Landkreises Lüchow-Dannenberg bearbeitet wird.

Weiterführende Links

Die Seite "Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz" des Landkreises Lüchow-Dannenberg mit einer Projektskizze zum „EU-Förderprojekt: Erstellung eines Managementplanes für das Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und EU-Vogelschutzgebiet ‚Nemitzer Heide‘“

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D-06114 Halle
Tel.: 0345-1317580
Fax: 0345-1317589
E-Mail: info(at)rana-halle.de

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